Der Weihnachtsmarkt  von Lucas Götte,8d

Auf dem Weihnachtsmarkt ist es laut.

Nebenan jemand seine Bratwurst kaut.

Ich sehe viele Plätzchen,

aber auch ein Kätzchen,

das fröhlich herum miezt

und seine Geschwister triezt.

Ach die Weihnachtszeit hat begonnen,

Ich höre ein paar Nonnen,

die in der Kirche singen,

und dort ihre Zeit verbringen.

Nach einer Weile geh ich ums Eck,

und rieche leckeres Gebäck.

Dort seh ich einen Dieb,

er bekommt einen Hieb.

Ach, wie ich die Weihnachtszeit lieb!

 

Dezember 2014

 

 

Schülerorientierter Schreibwettbewerb an der Realschule Lahde

 

 

 

Am 5. Februar 2014 fand der erste Schreibwettbewerb für die Jahrgangsstufe 9 an der Realschule Lahde statt. Die Schülerinnen und Schüler hatten eine Stunde Zeit, sich zu dem Thema „Grenzsituationen“ eine Kurzgeschichte auszudenken. Anschließend wurden die Kurzgeschichten den Mitschülern vorgestellt und jede Klasse wählte die zwei besten Kurzgeschichten aus. Die Klassensieger durften dann ihre Kurzgeschichten erneut vor einer Jury, die aus Lehrern und Schülersprechern bestand vortragen. Den ersten Platz belegte Luisa Kopmann aus der 9b mit der Kurzgeschichte „Am Fenster“ und sie gewann einen 25€ Amazon-Gutschein. Der zweite Preis, ein 15€ Büchergutschein ging an Moni Kettler aus der Klasse 9d mit der Kurzgeschichte „Abschied“. Den dritten Platz teilten sich Sina Klassen (9d) und Lea Weidmann (9b) und sie bekamen dafür einen Kioskgutschein in Höhe von 5€. Die Siegertexte können unten gelesen werden.

 

1. Platz                                                                                               Am Fenster

 

Ich sitze am Fenster wie fast jeden Tag, seit fast zwei Wochen. Ich sehe die Leute vorbeigehen. Ich sehe, wie die Kinder spielen und sich des Lebens erfreuen und frage mich wie schon so oft, warum ich anders bin. Plötzlich ertönt ein Alarm. Es war der Monitor, der wieder einmal Alarm schlägt, weil mein Herz kaum noch arbeitet. Nur 3 Sekunden später kommt auch schon die Krankenschwester und sagt: Na, dann wollen wir mal gucken, was da wieder los ist. Sie drückt ein paar Knöpfe und der Alarm verstummt. Stille. Eine tödliche Stille breitet sich aus. Ich weiß genau, dass ich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde sterben könnte, aber mir ist es egal. Die Krankenschwester meint: „So sollte es gehen“ und verlässt den Raum. Ich sehe wieder aus dem Fenster. Die Leute, die es eilig haben oder die, die entspannt ihren Besuch genießen. Sie alle haben etwas, das ich nicht mehr habe – ein lebenswertes Leben. Ich kann nicht mehr laufen und bin schon seit Tagen an dieses Bett gefesselt. Mein größter Wunsch war, einfach normal sein zu dürfen. Wie die anderen laufen, spielen, zur Schule gehen, auch mal feiern und Freunde treffen. Für jeden Menschen ist dieses Alltag, nur nicht für mich. Ich muss täglich mit dem Tod kämpfen. Vielleicht würde es mich nicht so fertig machen, wenn meine Familie nicht so leiden würde. Wie sie fast täglich weinend an meinem Bett sitzen und hoffen und beten, dass ich dies überlebe. Das Schlimmste aber ist, dass ich selbst schuld bin. Ich habe diese Krankheit bekommen, weil ich perfekt sein wollte. Weil ich dachte, ich wäre nicht perfekt genug, so wie ich bin. Ich wollte für alle perfekt sein. Nur was mir klar geworden ist, dass mein Leben, so wie es war, perfekt war, bevor ich hier im Krankenhaus lag. An allen Monitoren, die mein Leben retten sollen, angeschlossen. Ich sitze wie immer am Fenster und starre in die unendliche Leere

 

Luisa K. 9b

 

 

2. Platz                                                                Ich bin hier, wenn du mich brauchst

 

Fassungslos stehst du da, schaust mich mit deinen leeren Augen an. Diese verzweifelte Aura, die dich umgibt. Wie konntest du das nur tun? Ohne ein Wort sitzt du da und bringst ein verzweifeltes Lächeln zum Vorschein, nicht schon wieder – dieses dumme Überspielen deiner Gefühle. Wie oft willst du das noch tun? Diese Träne, die dir entflieht, ich will sie wegwischen, doch berühre nur dein kaltes Ich. Warum bin ich die einzige, die deine Maske sieht? Die einzige, die sie nicht sympathisch findet und sich von ihr nicht beeindrucken lässt. Ich will sie dir herunterreißen, doch sie sitzt zu fest, wie eine Mauer, die dich vor dir selbst verschließt. Wird es nur ein hoffnungsloser Versuch sein? Hoffnungslos dir helfen zu wollen? Bin ich tatsächlich allein mit dir? Kurz vorm Zerbrechen, wie eine Porzellanpuppe bist am Fallen und weißt nicht, was dich fängt. Kleine Risse hast du schon. Eine kleine, falsche Berührung von einer falschen Person könnte dich jetzt zerbrechen. Zu gern wäre ich für dich da. Ich will dir helfen, dich retten, wieder aufbauen, doch du gehst mit deinem künstlichen Lächeln wieder raus und kämpfst gegen den Rest der Welt. „Ich bin hier, wenn du mich brauchst!“, rufe ich hinterher, doch du hast es nicht gehört, denn ich bin nur eine Gestalt, eine Phantasie – Dein Spiegelbild.                                                                 

 

Sina K. 9d

 

3. Platz                                                                               Vater, du fehlst uns!

 

Es war Montag im Jahr 2013 in Köln. Eigentlich ein ganz normaler, sonniger Frühlingstag. Da mein Papa schon 55 ist, war es auch dieses Jahr wieder Zeit zu einer Krebsvorsorgeuntersuchung zu gehen. Also fuhr Papa um ca. 9 Uhr morgens in Richtung Klinikum, nachdem er mich zur Schule gebracht hatte.

 

Heute ist der 8.März und ich habe in drei Tagen Geburtstag und Papa in sieben Tagen, am 15.03.2013. Doch was wir dann erfahren mussten, veränderte unser ganzes Leben. Als schließlich der 15.März war, machte ich für Papa ein Frühstück und brachte es ihm an sein Bett, übergab ihm mein Geschenk, gratulierte ihm und fuhr zur Schule. Am Nachmittag gab Rainer, mein lieber Papi, dann das Geheimnis meiner Mama, meinem Bruder und seiner Freundin und mir bekannt. Die Laune war anders als sonst, irgendwie gedrückt und traurig. Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich an den Tisch. Das Unglück, dass Papi Darmkrebs und Metastasen in der Lunge und Leber hat, veränderte unser ganzes Leben.

 

Im Juli waren wir dann noch bei dem Truck-Grand-Prix. Es war wie jedes Jahr sehr cool, wir machten Fotos mit Hannes Hahn und Laura Hahn, unseren Lieblingsrenntruckern. Nachdem wir dann noch im Oktober (vom 18.10.-25.10.2013) einen Urlaub in der Schweiz verbracht hatten, merkten wir, wie sehr sich sein Zustand von Tag zu Tag verschlechterte. Es wurde so schlimm, dass wir ein Pflegebett, ein Rollstuhl, ein Handlauf, ein Rollator, ein Duschstuhl und ein Toilettenstuhl von der Medizintechnik Köln bekamen. Nachts schlief immer jemand von uns auf der Couch neben Papa, falls er was brauchte, dass wir immer für ihn da waren. Ab Anfang November wurde Papas Zustand immer schlechter und schlechter. Er lang nur noch im Bett, stand kaum auf. Zu Besuch kam niemand, außer der Familie und unser Pastor Karsten, welcher sich über die Jahre als guter Freund der Familie erwiesen hat. Wir stellten sogar das Telefon aus, damit wir „unsere letzten Tage mit Papa genießen“ konnten. Ab dem 20.November sah es so schlecht aus, dass wir uns damit abfinden mussten, dass Papi von uns gehen muss. Am 24.November sagten Nadine, meine Schwester und ich Papa das letzte Mal „Gute Nacht“, womit niemand von uns gerechnet hatte.

 

Am 25.November war es dann soweit, meine Schwester und meine Mama standen an meinem Bett und sagten mit Tränen in den Augen: „Hanna, er hat es geschafft. Komm mit!“ Schließlich gingen wir ins Wohnzimmer, wo sein Krankenbett stand. Wir sangen für ihn das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Ich hielt seine Hand und streichelte seinen Kopf. So langsam merkte ich, wie er immer kälter und blasser wurde. Ich frage mich bis heute, warum immer die besten Menschen gehen müssen. Erst alle Großeltern, dann mein bester Freund, ein Familienfreund und jetzt auch noch Papa. Papa? Irgendwann werden wir uns wiedersehen. Mach‘s gut, lebe wohl. In unseren Herzen lebst du für immer weiter.

 

Lea W. 9b

 

 

Die Magie von Weihnachten

von Mandy Schäfer, 10a

 

Ihre Füße froren und zitterten, doch ihre Hände, die sich an seinen Haarschopf klammerten, waren ganz warm. die kalte Luft, die sie umgab, war erfüllt von allerlei Düften. So was hatte sie noch nie gerochen. Zwischen den Menschen drängten sie umher. Auf seinen Schultern konnte sie die ganze Menge überblicken. Einerseits beängstigend, wie sie durch die Straßen flossen, als würde eine Welle sich auf sie stürzen, anderseits aber auch faszinierend. Das Gemurmel der Menschen um sie herum, der kalte Wind hier oben pfiff ihr um die Ohren, als wolle er ihr etwas zuflüstern. Langsam rieselte der Schnee vom Himmel und verbarg die Menge, als würde man durch einen weißen Schleier schauen. Überall erschienen Lichter in der Dunkelheit und tauchten sie scheinbar in einen undurchdringbaren Schein. Eine Melodie ertönte und erwärmte die Herzen, all derer, die sich durch die engen Straßen drängten. Verzückt drehte sie sich auf seinen Schultern hin und her. Woher kam nur diese bezaubernde Musik? Ihr Atem stieg wie Schornsteinrauch in den Himmel. Wieder schaute sie wissbegierig hin und her.

Da erblickte sie einen alten Mann. Er sah seltsam aus. Er war dick, und hatte einen langen braunen Bart. Auf dem Kopf trug er einen Zylinder. Er erinnert sie an einen Bürgermeister aus einem Zeichentrickfilm. Neben ihm stand ein großer rechteckiger Kasten. Er war bunt bemalt und an der Seite hing eine Kurbel. Der Mann lächelt und dreht sie. Daher musste wohl die Musik gekommen sein. Die Leute, die entweder gestresst und bepackt mit Einkaufstüten die Straße entlang hetzten oder ausgelassen mit roten Wangen durch die Gassen schlenderten, nahmen keine Notiz von dem alten Mann. Sie aber konnte erkennen, dass der Alte fror, so wie ihre Füße es taten. Sein Körper zitterte, auch wenn er dies mit seinem Lächeln überspielen wollte. Das Bild des alten Mannes, wie er dort stand, machte sie irgendwie traurig. Er stand in der Kälte und versuchte allen anderen eine Freude zu machen, und die beachten ihn gar nicht. „Du wieso gehen alle an dem alten Mann und seiner Musikkiste vorbei?“, fragte sie. Vorsichtig hob er sie von seinen Schultern und stellte sie auf den Boden. Ihre großen Auge löcherten ihn fragend. „Nun ja“, meinte er „weißt du, die Menschen haben vielleicht keine Zeit, so kurz vor Weihnachten müssen viele noch Geschenke kaufen gehen.“ Sie guckte grimmig, sie konnte nicht verstehen, wie man sich keine Zeit für ein so schönes Lied nehmen konnte. „Sei ihnen nicht böse.“ Er lächelte und zog aus seiner Tasche ein paar Münzen.

„ Möchtest du den Mann bezahlen?“ Sie streckt die Hand aus und nahm das Geld. Das Lied hatte geendet und ein neues begann. Vor dem Mann und seiner Musikkiste lag ein Hut, in dem bereits ein paar Münzen lagen. Das verwirrte sie. Wozu brauchte ein Mann zwei Hüte? Ohne länger darüber nachzudenken, legte sie das Geld in den Hut und hüpfte zurück. Immer noch lächelte er und setzte sie wieder auf seine Schultern. Jetzt, wo sie wieder alles im Blick hatte, lauschte sie dem Lied. „Das kenne ich“, sagte sie zu ihm. „Lass uns singen“, drängte sie. Ohne Protest, da sie wusste, dass sie bekam, was sie wollte, sangen sie. Die Leute scharrten sich um sie herum und sangen begeistert mit. Der alte Mann mit der Musikkiste wusste nicht, wie ihm geschah. Nie hatten ihm so viele Menschen zugehört und ihm kam es so vor, als würde er die Magie von Weihnachten erfahren. Viele Menschen hatten sich zusammen gefunden. Ihr Atem stieg nun in den Himmel und zog sich zu einer Art Nebel zusammen. Nach ein paar Minuten verschwand der Nebel und auch die Stimmen waren verschwunden. Begeistert klatschten die Leute Beifall. Einer nach dem anderen warf eine Hand voll Kleingeld in den Hut. Irgendwann hatte sich die Menge verzogen. Sie klatschte immer noch. Der Alte starrte sie an, ging auf sie zu uns schüttelte ihr die Hand. „Vielen Dank“, sagte er und verzog sich wieder, um ein nächstes Lied zu spielen. Wieder etwas was sie nicht verstand. „Warum hatte der Mann sich bei ihr bedankt?“

Mandy Schäfer 10a